29.8. - 2. 9. 2018

Kreis des Seins

- ein tibetisches Sand-Mandala, Maskentänze uvm. live in der Schinkelhalle Potsdam


Schinkelhalle

Schiffbauergasse 4a I 14467 Potsdam


 

 

 

 

Sandmandala und Tänze der Mönche,

eine Reise in den Himalaya...

in freundlicher Kooperation mit der Schinkehalle Potsdam haben Interessierte die Gelegenheit, tibetischen Mönchen bei der Erstellung eines Sandmandalas über die Schultern zu schauen und diese tiefgründige Kunst direkt zu erleben - mit allen Sinnen. Daneben kann man etwas über die faszinierenden Inhalte und den Hintergrund dessen erfahren, was in den Farben und Formen steckt und auch einmal selbst die Technik unter Anleitung eines der Mönche ausprobieren...

Man kann sich auch einfach eine Auszeit vom Alltag nehmen und sich im Hofgarten der Schinkelhalle in der Schiffbauergasse eine Erfrischung gönnen, während man den Mönchen zusieht und die friedvolle Atmosphäre genießt.

 

Besonders spektakulär sind zwei Abende, an denen die Mönche die rituellen Tänze der Klöster aufführen. In prächtigen, mit vielerlei Symbolik aufgeladenen Kostümen nehmen die Mönche unter den beeindruckenden Masken andere Identitäten an, Archetypen des Seins: Schwarzhut-Zauberer, Dakini, Yak und Hirsch uvm. Die rhythmische und gesangliche Begleitung der Tänze mutet seltsam atonal und dissonant an: die Verbindung von Klang und Sprache als Ausdruck elementaren Empfindens jenseits melodiöser Liedharmonie...Ein faszinierendes Live-Erlebnis!

 

Programm:

 

                

 

 

 

 

 

 

Streuen des Mandala

 

Mi Do Fr Sa 

29. 08. - 01.09.

tägl. 11 – 18 Uhr

Workshop zum Selbst-Ausprobieren

 

Fr 31.08. und

Sa 01. 09. um 16 Uhr

Vortrag Inhalt und Bedeutung des Mandala

 

Sa 01.09. um 17 Uhr

 

So 02.09. um 14 Uhr

Sonntag 02.09. Mandala ab 11 Uhr 

 

Feierliche Auflösung um 16 Uhr

Abendprogramm Cham Tänze

Fr 31.08.  um 19:30 Uhr

 

Sa 01.09. um 19:30 Uhr

 


 

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Mandalas

sind eine Art Grundriss des "Palastes des Geistes". Sie stellen in Form der Bauteile einer kreisförmigen Palastanlage sowohl die Realität des Makrokosmos dar, der eben auch den Mikrokosmos des Phänomens "Geist" beeinflusst. So kann das Mandala, der Kreis des Seins", als eine Art Darstellung all der Qualitäten und der Eigenschaften eines erleuchteten Geistes gelesen werden. Im Ritual nimmt einer der Mönche in der Vorbereitung im Zentrum Platz, stellvertretend für den Buddha, für den dieses Gebilde errichtet wird. Denn jeder Mönch und Gläubige arbeitet daran, seinen eigene Geist in den eines Buddha zu verwandeln. Welche Stationen man dabei durchläuft, das genau verbirgt sich in den Abschnitten der fortschreitenden Vollendung des Mandalas. Wissen, Nachdenken und Meditation, zusammen mit altrusitischer Liebe für alle Wesen und Weite im Geist, all das fließt ins Mandala ein...



Dekonstruktion des Mandala - Symbol für Transformation aller Dinge im

"Kreis des Seins"

 

Sonntag, 02. September 16:00 Uhr

 

Viele Besucher erschüttert die finale "Zerstörung" des Mandalas, die jedoch wesentlich zum Ritual gehört: Nach Tagen mühevoller Arbeit, großer Konzentration und Anstrengung wird das herrliche Werk aufgelöst, mit dem Vajra-Zepter zerschnitten und zu einer formlosen bunten Sandmasse zusammengefegt. So ergeht es in der Natur allen Geschöpfen und Strukturen. Die Welt ist "Grundlage für Zerfall", so sagt es das tibetische Wort für Welt, 'jig ten, deutlich. Diese Tatsache sorgt für viele Leiden und Verlustängste, aber in Vergänglichkeit liegt auch ein Trost: die Dinge müssen niemals bleiben, wie sie sind. Alles kann sich erneuern und transformieren. Und nichts kann vollkommen verschwinden. Es ist keine vollkommene Zerstörung! Mit dem richtigen Wissen lässt sich ein Zirkelschluss geistiger Freiheit und vollkommenen Friedens erreichen - das Ziel des buddhistischen Weges. Und da er ist die eigentliche Bedeutung der Auflösung des Mandalas nicht "Vergänglichkeit", sondern eine bewusste Dekonstruktion nach der Errichtung des Baus aus Geist im eigenen Inneren - ein Wandel zu einer höheren, subtileren Ebene des Seins.

 

 


(Bild oben: Fotograf nicht bekannt,

Bild links: Joachim Habekost, Bremen)

 

Die Übergabe des Sandes an ein fließendes Gewässer

 

In einer Gebets-Zeremonie werden die Naturgeister, die Nagas, angerufen, und um Schutz und Unterstützung für die Bewohner des Landes gebeten. Gute Ernten, ausgewogenes Wetter, Harmonie, Wohlstand und Frieden sollen sich für alle Wesen einstellen.

 

 

Der Segen des mit den erleuchteten Kräften und den guten Wünschen der Zuschauer behafteten Sandes soll sich mit dem Wasserkreislauf in alle Richtungen verteilen und rumdum Glück bewirken.

Mögen alle Wesen Glück erlangen!

Sarva mangalam!

 

 

Die Mönche aus Sera

Das Mandala wird gefertigt von einer Gruppe Mönche aus dem Exilkloster Sera in Indien.

 

Sera ist eines der drei großen Klosterkomplexe der tibetischen Gelugpa-Linie, der auch S.H. Dalai Lama angehört. Nach der Zerstörung der Klöster in Tibet während der Kulturrevolution, errichteten die Mönche als Flüchtlinge im Exil in Indien ihre Ausbildungsstätten nach besten Kräften unter schwierigsten Bedingungen neu. Die anspruchsvollen buddhistischen Studien benötigen lange Jahre intensiver Anstrengung. Sie umfassen ein über 2000 Jahre altes Wissen, und die tibetischen Klosteruniversitäten bewahren die Höhepunkte der buddhistischen Philosophie des antiken Indien in einzigartiger Weise als kulturelles Menschheitserbe.

 

Da die Kloster-Universitäten dringend Unterstützung benötigen und die Mittel der tibetischen Laiengemeinschaft in der Exilsituation äußerst begrenzt sind, entschloss sich die Klostergemeinschaft, einen Teil des lebendigen Erbes buddhistischer Kunst , die gestreuten, farbigen Sand-Mandalas, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Menschen, denen die Schönheit und symbolische Tiefe dieser faszinierenden Gebilde etwas bedeutet, können den Erhalt dieser Klöster mit freiwilligen Spenden unterstützen – grundsätzlich ist das ganze Ritual und der damit verbundene Segen ein Geschenk.


Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen von der Schinkelhalle für die freundliche Zusammenarbeit und großherzige Unterstützung!