29.8. - 3. 9. 2018

Makrokosmos

- ein tibetisches Sand-Mandala, Maskentänze uvm. live in Potsdam


Der Ort wird noch bekannt gegeben!!!





Dekonstruktion des Mandala - Symbol für Transformation aller Dinge

 

Viele Besucher erschüttert die finale "Zerstörung" des Mandalas, die jedoch wesentlich zum Ritual gehört: Nach Tagen mühevoller Arbeit, großer Konzentration und Anstrengung wird das herrliche Werk aufgelöst, mit dem Vajra-Zepter zerschnitten und zu einer formlosen bunten Sandmasse zusammengefegt. So ergeht es in der Natur allen Geschöpfen und Strukturen. Die Welt ist "Grundlage für Zerfall", so sagt es das tibetische Wort für Welt, 'jig ten, deutlich. Diese Tatsache sorgt für viele Leiden und Verlustängste, aber in Vergänglichkeit liegt auch ein Trost: die Dinge müssen niemals bleiben, wie sie sind. Alles kann sich erneuern und transformieren. Und nichts kann vollkommen verschwinden.Es ist keine vollkommene Zerstörung! Mit dem richtigen Wissen lässt sich ein Zirkelschluss geistiger Freiheit und vollkommenen Friedens erreichen - das Ziel des buddhistischen Weges. Und daher ist die eigentliche Bedeutung der Auflösung des Mandalas nicht "Vergänglichkeit", sondern eine bewusste Dekonstruktion nach der Errichtung des Baus aus Geist im eigenen Inneren - ein Wandel zu einer höheren, subtileren Ebene des Seins.


(Bild oben: Fotograf nicht bekannt,

Bild links: Joachim Habekost, Bremen)

 

Die Übergabe des Sandes an ein fließendes Gewässer

 

In einer Gebets-Zeremonie werden die Naturgeister, die Nagas, angerufen, und um Schutz und Unterstützung für die Bewohner des Landes gebeten. Gute Ernten, ausgewogenes Wetter, Harmonie, Wohlstand und Frieden sollen sich für alle Wesen einstellen.

 

 

Der Segen des mit den erleuchteten Kräften und den guten Wünschen der Zuschauer behafteten Sandes soll sich mit dem Wasserkreislauf in alle Richtungen verteilen und rumdum Glück bewirken.

Mögen alle Wesen Glück erlangen!

Sarva mangalam!

 

 

Die Mönche aus Sera

Das Mandala wird gefertigt von einer Gruppe Mönche aus dem Exilkloster Sera in Indien.

Sera ist eines der drei großen Klosterkomplexe der tibetischen Gelugpa-Linie, der auch S.H. Dalai Lama angehört. Nach der Zerstörung der Klöster in Tibet während der Kulturrevolution, errichteten die Mönche als Flüchtlinge im Exil in Indien ihre Ausbildungsstätten nach besten Kräften unter schwierigsten Bedingungen neu. Die anspruchsvollen buddhistischen Studien benötigen lange Jahre intensiver Anstrengung. Sie umfassen ein über 2000 Jahre altes Wissen, und die tibetischen Klosteruniversitäten bewahren die Höhepunkte der buddhistischen Philosophie des antiken Indien in einzigartiger Weise als kulturelles Menschheitserbe.

 

Da die Kloster-Universitäten dringend Unterstützung benötigen und die Mittel der tibetischen Laiengemeinschaft in der Exilsituation äußerst begrenzt sind, entschloss sich die Klostergemeinschaft, einen Teil des lebendigen Erbes buddhistischer Kunst , die gestreuten, farbigen Sand-Mandalas, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Menschen, denen die Schönheit und symbolische Tiefe dieser faszinierenden Gebilde etwas bedeutet, können den Erhalt dieser Klöster mit freiwilligen Spenden unterstützen – grundsätzlich ist das ganze Ritual und der damit verbundene Segen ein Geschenk.


Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen vom Kunsthaus sans titre für die freundliche Zusammenarbeit und Unterstützung!